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Land- und Forstwirtschaft

Hydraulikschlauchdefekte nach Boxenstopp-Prinzip beheben

Seit Sommer 2013 arbeiten die Niedersächsischen Landesforsten (NLF) mit dem lokalen Pirtek Center in Hannover zusammen. Bereits im Ausbildungsbetrieb ist die Kooperation mit dem mobilen Hydraulikservice ein Thema: Angehende Forstwirte sollen lernen, wie und wann ein solcher Dienstleister einzusetzen ist. Das Gespräch mit dem Ausbilder und hauptverantwortlichen Leiter für die Aus- und Fortbildung des Niedersächsischen Forstlichen Bildungszentrums (NFBz), Reinhard Mietschke, veranschaulicht exemplarisch, welche Ansprüche und Herausforderungen ein moderner Forstbetrieb an Hydraulikschlauchdienstleister stellt.

Herr Mietschke, was bringen Sie Ihren Auszubildenden in Bezug auf Hydraulikschlauchdefekte bei?

Zunächst einmal muss jeder Auszubildende wissen, wie und wodurch solche Defekte auftreten, wie sie zu verhindern sind und welche Gefahren davon ausgehen. Darüber hinaus muss natürlich jeder Lehrling einen solchen Defekt erkennen und möglichst optimal damit umgehen.

Worin besteht denn optimales Verhalten im Falle von Hydraulikschlauchdefekten?

Wie schon gesagt: Zunächst müssen Gefahren erkannt und verhindert werden. Das heißt konkret, es sollte möglichst kein Öl austreten und den Waldboden verseuchen. Darüber hinaus heißt optimal: Korrekt, schnell und effektiv den Schaden beheben.

Von einigen Schläuchen wissen wir, dass sie häufiger kaputt gehen. Diese führen wir mit und haben sie vor Ort. Dann gilt es, den Schlauch sauber zu wechseln. Aber durch die Vielfalt der Schläuche an den Geräten können wir natürlich nicht alle Schläuche mitführen. Ein Schaden an einer solchen Hydraulikleitung ist dann ein Fall für den mobilen Hydraulikschlauchservice.

Vor der Kooperation mit Pirtek sind wir dann zur nächsten Werkstatt gefahren und haben dort einen neuen Schlauch herstellen lassen. Als ich das letzte Mal mitgefahren bin – das war von Clausthal Zellerfeld nach Goslar – waren wir über eine Stunde nur zur Werkstatt unterwegs. Die damalige Vorgehensweise war also meist sehr zeitintensiv. Mit Pirtek wollen wir den gesamten Ablauf nun beschleunigen, um Zeit und Fahrtgeld zu sparen. Heute sieht der Optimalfall bei Hydraulikschlauchproblemen so aus wie eine Art Boxenstopp – nur mit dem Unterschied, dass die Box mobil ist und zum defekten Fahrzeug kommt.

Bitte erläutern Sie den praktischen Ablauf genauer?

Der praktische Ablauf ist relativ einfach. Nach dem Entdecken des Defekts müsste der Maschinenführer die Hotline von Pirtek direkt anwählen. Damit sichergestellt ist, dass Pirtek den Schlauch auch an Bord führt, sollten unsere Mitarbeiter dem Pirtek Service-Techniker bereits am Telefon durchgeben, um was für einen Schlauch es sich handelt. Ein Telefonat könnte zum Beispiel so klingen: „Am Harvester ist ein ca. 1,50 Meter langer Schlauch vom Kopf zum Rotator defekt, er hat ein metrisches Gewinde mit ¼ Zoll“.

Pirtek macht sich dann direkt auf den Weg. Um keine Zeit zu verlieren beginnt unser Maschinenführer sofort mit dem Ausbau des defekten Schlauches. Im Optimalfall trifft Pirtek nach kurzer Zeit vor Ort ein, und kann mit dem alten, bereits ausgebauten Schlauch als Muster direkt einen neuen herstellen. Anschließend würde der neue Schlauch wieder eingebaut und der Harvester könnte seine Arbeit fortsetzen.

Das wäre nach meinem Erachten der schnellst mögliche und effektivste Weg –  und der Optimalfall. Und der erinnert mich so ein bisschen an das Boxenstopp-Prinzip in Rennsport – jeder Handgriff sitzt und alles ist perfekt aufeinander abgestimmt.

Wie weit ist denn die aktuelle Praxis davon entfernt?

Sagen wir es mal so: In einigen Fällen klappt es schon ganz gut. Unser größter Feind derzeit ist die Auffindbarkeit im Wald. Wir nutzen bei den Niedersächsischen Landesforsten das Navigationssystem Logiball. Das enthält sämtliche Waldwege. Die normalen Navigationssysteme, mit denen auch Pirtek arbeitet, enden mit ihrer Wegekenntnis an den Waldgrenzen. Daher ist es für Pirtek, je nach Lage der Waldbaustelle, manchmal ein Problem, unsere Leute in abgelegenen Abteilungen zu finden. Mit der Ortsangabe „Wir sind in der Abteilung 340, Forstamt Seesen“ kann das Navigationsgerät von Pirtek – im Gegensatz zu unseren speziellen Forstnavigationsgeräten – nichts anfangen.

Momentan verabreden wir uns also oft mit Pirtek an bestimmten markanten Stellen im Wald, die leicht auffindbar sind. Oft sind dies Rettungs- oder Notfalltreffpunkte. Vom Optimalfall sind wir dann aber noch ein ganzes Stück entfernt. Denn unsere Fahrer müssen dann dorthin, um die Service-Techniker von Pirtek abzuholen, können in dieser Zeit den Schlauch nicht ausbauen, etc. Alles dauert dann länger.

Erfreulich in diesem Zusammenhang ist die Kooperationsbereitschaft und sind die Bemühungen von Herrn Kaatz und seinem Team in Hannover. Dort ist das Problem bekannt und ich bin gespannt, ob und wie es in den Griff zu bekommen ist.

Herr Mietschke, wir danken Ihnen für das Gespräch!

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