Taking you to PayPal...

Loading...

Baugewerbe

Flutmulde als Bypass

Die Hochwasserkatastrophen der letzten Jahrzehnte haben gezeigt: Die Begradigung der Flüsse und der Eingriff des Menschen in deren natürlichen Lauf blieb nicht ohne Folgen. Mittlerweile wird allerorten den Flüssen wieder mehr elementarer Raum gegeben, um so einerseits die Schäden auf menschliche Siedlungen einzudämmen und anderseits ökologisch sensible Lebensräume zu sichern.

In der Pirtek-Region Duisburg Wesel/Rees – an der deutsch-holländischen Grenze gelegen – baut das Wasser- und Schifffahrtsamt Duisburg/Rhein seit 2009 eine Flutmulde zum Rhein. Bei höheren Wasserständen bietet diese dem Fluss eine zusätzliche Abflussmöglichkeit; bis zu 20 % der Flutmenge wird kontrolliert aufgenommen. Durch Hochwasser erhöhte Strömungsgeschwindigkeiten und Erosionstendenzen des Rheins werden reguliert und reduziert. Zum einen werden damit gute Fahrwasserbedingungen für den Schiffsverkehr langfristig gesichert. Zum anderen schützt diese Maßnahme die Stadtmauer Rees vor Unterspülung sowie Flora und Fauna in den Auen bei Überschwemmungen.

Flutmulde als Bypass

Drei Kilometer lang, 180 Meter breit, die Sohle (der Gewässergrund) 2,80 Meter tief und bis zu 40 Meter breit mit leicht ansteigender Böschung, wird die Flutmulde im Sommer 2015 auf der linken Seite des Rheins zwischen Kalkar-Reeserschanz und Xanten-Obermörmter fertig gestaltet sein.

Der Bau des sogenannten „Bypasses“ findet in drei Phasen statt: In der 1. Phase der Nassbaggerarbeiten wird insgesamt ein Bodenaushub von 2,2 Mio m³ von Schwimm- oder Nassbaggern ausgehoben, abtransportiert und zu 95 % wiederverwertet. Die 2. Bauphase dient der Böschungs- und Sohlsicherung. Sandgefüllte Gewebematten (Geotextil) bilden einen Filter zwischen Untergrund und Deckwerk, welches aus einer 50 bis 70 cm mächtigen Schicht Wasserbausteine besteht. Die Einbringung unterschiedlicher Gesteine reguliert die Schleppgeschwindigkeit und sorgt somit auch für die Stabilisierung des Grundwasserspiegels. In der dritten Umsetzungsphase wird die Flutmulde Rees in ihrem ökologisch sensiblen Raum mittels ingenieurbiologischer Bauweise ausgestattet. Erosionsschutzmatten, Nass-Ansaaten, Gabionen (Drahtgitterkörbe mit Steinen), Fluchtinsel sowie heimische Hecken, Gebüsche und Bäume unterstützen die natürliche Herstellung der ursprünglichen Funktion des Auenlandschaftlichen Lebensraumes.

Bau mit Spezialgeräten

Die Reinhold Meister Wasserbau GmbH realisiert den Ausbau der Flutmulde mit Spezialgeräten, darunter Nassbagger, Baggerpontons und schwimmendes Gerät.

Martin Waizenegger, verantwortlicher Techniker für den eingesetzten Maschinenpark der Reinhold Meister Wasserbau GmbH, erklärt bei einem Treffen mit Mathias Wallaschkowski, Leiter des Pirtek-Centers Wesel-Rees, und Dipl.-Ing Peter Kleine, örtl. Bauleiter des Wasser- und Schifffahrtsamtes Duisburg-Rhein: „Für die zahlreichen Hydraulikschlauchleitungen, die für die Kraftübertragung schwimmfähiger Bagger zuständig sind, haben wir uns den mobilen Hydraulikservice Pirtek mit an Bord genommen“. Waizenegger führt weiter aus: „Hydraulikleitungen sind an unseren Spezialgeräten zahlreich vorhanden. Insbesondere bei diesen groben Erdarbeiten werden Schläuche immer wieder mal beschädigt. In einem solchen Fall ist schnelle Hilfe für uns wichtig. Der traditionelle Weg der Schlauchreparatur – Schlauch ausbauen, nächste Werkstatt anfahren, dort neu konfektionieren lassen, zurückfahren und wieder einbauen – kostet uns einfach zu viel Zeit. Im Vergleich dazu sparen wir mit Pirtek Geld und Aufwand. Im schlechtesten Fall steht nämlich durch einen Hydraulikschlauchdefekt nicht nur ein Maschine, sondern die ganze Baustellenlogistik still. Nehmen wir beispielsweise den Bodenaushub: Dieser wird auf Klappschuten verladen und abtransportiert. Tritt nun ein Schlauchdefekt am Nassbagger auf, resultiert daraus nicht nur Stillstand für diesen einen Bagger sondern auch für den Abtransport der Bodenmassen und somit verzögert sich das gesamte Bauprojekt“.

Besonderheit im Gewässerbau

„Nur gemäß Wasserhaushaltsgesetz (WHG) zertifizierte Unternehmen sind berechtigt, Arbeiten an diesen Spezialgeräten, zu denen die schwimmenden Einheiten und Schwimm- bzw. Nassbagger zählen, auszuführen“, erklärt Matthias Wallaschkowski, der mit Frank Schneider zusammen Inhaber des Centers vor Ort ist. Das Wasserhaushaltsgesetz (WHG) enthält, neben Bestimmungen über Schutz und Nutzung von Oberflächengewässern und Grundwasser, Vorschriften über den Ausbau von Gewässern und die wasserwirtschaftliche Planung sowie den Hochwasserschutz. Pirtek Duisburg und Wesel/Rees besitzen die Berechtigung, Arbeiten gem. WHG auszuführen, was Voraussetzung für diese Zusammenarbeit ist. Sowohl im Falle von Hydraulikschlauchdefekten als auch bei der regelmäßigen Wartung der Hydraulikschläuche ist das Pirtek-Team schnell und zuverlässig vor Ort.

Auch die beiden Service-Techniker aus dem Team von Wallaschkoswki freuen sich über diese besondere Baustelle: „Mit Hydraulikschläuchen und Werkzeug auf einem Boot zum Einsatz auf dem Rhein finde ich besonders reizvoll – da macht die Arbeit richtig Spaß“, so einer der beiden Einsatztechniker, die im Raum Wesel/Rees rund um die Uhr und allerorten einsatzbereit sind.

> Zurück zu Baugewerbe